Diashow mit
Lifemusik am 26.6.2009 im Pumpwerk in Siegburg
Multimedia heißt oft das Zauberwort für
ansprechende Präsentationen. Oft handelt es sich
dabei um computergesteuerte Shows, die zwar viel
Vorbereitung brauchen, dann aber mehr oder weniger
auf Knopfdruck ablaufen. Bei diesem Abend im
Siegburger Pumpwerk war es anders. Zwar
war ein Laptop im Einsatz, doch fungierte dieser
nur als Diaprojektor. Alles andere war life,
persönlich und großenteils sogar unplugged, da die
gute Akustik keine Verstärker verlangte.
Das Programm war
zweigeteilt. Zuerst las Klemens Ludwig,
seines Zeichens Tibetfachmann, aus seiner Dalai
Lama-Biographie vor und zeigte ein paar
Bilder, die er auf verschiedenen Reisen nach Tibet
selbst gemacht hat. Neben geographischen und
historischen Informationen über Tibet und das
Leben des Dalai Lama, gab es auch welche über den
Buddhismus, allesamt getragen von einer tiefen
Sympathie und Hochachtung vor der
tibetisch-buddhistischen Kultur und voller
Missbilligung für die
chinesisch-parteikommunistische Besetzung des
Landes.
Fand der erste Teil
schon im ersten Untergeschoss statt, so das man
trotz des hellen, sonnigen Juniabends nicht
abdunkeln musste, so ging es für den zweiten Teil
noch ein Stockwerk tiefer. Auf den Stufen brannten
stimmungsvoll Kerzen, außer Stühlen gab es auch
die Möglichkeit, auf Kissen auf dem Boden oder der
Treppe zu sitzen. Der in Köln lebende Franzose
Matthieu Rossez zeigte nun Dias aus Osttibet,
Nepal, Ladakh und Nordindien, ohne Informationen,
außer, dass die Fotos nach den fünf Elementen der
Tibetischen Elementenlehre geordnet waren:
Erde, Wasser, Feuer,
Luft und Äther. Berge und Wüsten standen für die
Erde, Flüsse, Seen, Gletscher, Wolken für das
Wasser, Menschen, Tiere, Bäume für das Feuer,
religiöse Symbole und die Weite der Landschaften
für die Luft und der hohe Himmel über den Bergen
für den Äther, wobei jedes Bild mehrere der
Elemente zeigte. Bilder von Gebetsfahnen, die die
Elemente symbolisierten, fungierten als
Kapitelüberschriften. Die fünf Elemente
symbolisieren zugleich den Aufstieg des
Bewusstseins vom Irdischen über die Zwischenstufen
zum Ätherischen. Aber auch ohne die spirituelle
Interpretation ließen die Fotos die Herzen von
Natur- und Landschaftsliebhabern höher schlagen.
Begleitet wurde
die Diashow von Lifemusik der Gruppe Anubhab,
ein kleiner deutscher Ableger eines viel größeren
indischen Ensembles. An dem Abend spielten Conny
Rave auf der Tambura,
einem vornehmlich für einen Bordunhintergrund
hinter der Melodie verwendeten Zupfinstrument, der
in Siegburg lebende Inder Debasish Bhattacharjee
auf Tablas (die beiden sind ja auch Mitglieder der
Gruppe
DeCoBuRiMa, ehem. CoMaBuDe), sowie nur für ein
paar Wochen in Deutschland die Inder Aranya
Choudhury auf einer Santur, einem indischen
Hackbrett, und Chanbdra Moaan Nath auf einem
Harmoium, einer Zither und mit seiner eigenen
Stimme. Die vier spielten eine indische Musik,
die zwar teilweise vorbereitet, dann aber doch
improvisiert war, sehr rhythmisch, mit immer
wiederkehrenden Melodiebögen, Gesang fast ohne
Text, außer dass beim Foto eines Shivatempels mal
„Om nama Shivaya“ anklang, wunderbar geeignet, die
Fotos stimmungsmäßig zu untermalen, aber auch,
um mit geschlossenen Augen zuzuhören, was ich
natürlich während der Diashow nicht tat.
Die etwa dreißig
Zuhörer(innen) und Zuschauer(innen) aus Siegburg
und Umgebung, darunter auch ein tibetisches Paar,
erlebten somit einen
tibetisch-indisch-französisch-deutschen Abend, der
sich auf die Schönheiten von Natur und Kultur
konzentrierte, die hässlichen Seiten menschlichen
Machtstrebens und des daraus erwachsenen Leides
aber nicht unerwähnt ließ.
Links:
Pumpwerk Siegburg:
http://www.kunstverein-rheinsieg.de/pumpwerk/index.html
Klemens Ludwig:
http://www.tibet-ludwig.de/
Matthieu Rossez:
http://www.le-concept-m.com
http://www.himalayan-impressions.com
Anubhab:
http://www.anubhab.net/
Hier gibt es noch
einen Rückblick auf die Veranstaltung von Matthieu
Rossez:
http://www.flickr.com/photos/himalayan-impressions/sets/72157620823127490/